Was lange währt …

fty17cover250Gerade eben schaute ich auf das Datum der Textdatei mit dem Titel „Flammenherz“. 20.01.2007. Es ist für mich immer noch unglaublich, während ich diese Zeilen schreibe, dass einer meiner ersten Fantasy-Kurzgeschichten, die ich mit der Intension der Veröffentlichung geschrieben habe, nach acht Jahren nun doch seinen Weg zur Veröffentlichung in einer Anthologie gefunden hat. Das Lesen der Geschichte ist für mich eine Art Studie des frühen Autors „Carsten Thomas“ und bereitet damit hoffentlich nicht nur mir, sondern auch meinen Lesern Vergnügen!

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Leseprobe aus „Flammenherz“:

Ein Windzug strich über ihren Rücken und wehte ihr die blonden Haare aus der Stirn. Fröstelnd tastete die junge Frau nach der Bettdecke. Ihre Hand versank in einem matschigen Gewebe.

Verwirrt schlug Sally die Augen auf. Klumpiges Moos bröckelte durch ihre Finger.Ein Schatten kroch auf den Boden und ihre Umgebung versank in Schwärze. Durch das Blätterdach der Bäume konnte Sally gerade noch den Mond erkennen, wie er hinter Wolkenfetzen verschwand. Sie war noch im Wald und inzwischen war es Nacht! Sally setzte sich auf und wischte sich die Erde aus dem Gesicht. Wie lange lag sie bereits hier?Ein fernes Wiehern durchbrach die Stille. Sally hielt inne.

Im selben Augenblick rauschten ihr einzelne Bilder durch den Kopf … Ihr Spaziergang vom Hof über die Felder, die blendende Abendsonne am Ende der Ebene und dieses bedrückende Wiehern aus dem Inneren des Waldes. Sie war den Lauten gefolgt. Sobald sie Zweifel hatte, lockte sie das Wiehern erneut, fordernder und aufgeregter. Im Wald hatte sie es hinter einem Baum gesehen, ein Feuer, das auf sie zukam. Ihr eigener Schrei. Dann nichts mehr … Zitternd kniete Sally im nassen Waldboden. Ihre Erinnerung war gerissen – wie ein Film im Kino.

Das Wiehern wurde lauter.

Rasch kam Sally auf die Beine und blickte sich um. Ein Pochen erklang, wuchs mehr und mehr zu einem dumpfen Klopfen. Im Zwielicht erschienen aus dem Nichts flackernde Lichtpunkte, die über den Boden huschten. Sally sog den Atem ein. Die gelben Lichter schwebten an den Bäumen vorbei und in ihrer Mitte zeichneten sich Konturen einer Gestalt ab. Sie folgte einem natürlichen Pfad, Blätter und anderes Geäst knirschten unter ihren Füßen. Das Mädchen drückte sich an einen Baumstamm, als wollte es mit ihm verschmelzen. Der Waldboden vibrierte. Endlich brach der Mond hervor, ein schwarzes, athletisches Tier schimmerte im fahlen Licht. Es tauchte im Schein einer Lichtung auf. Sally krallte sich in die Rinde des Baumes.

Das Wesen war ein Pferd, doch etwas stimmte nicht: Es brannte! …

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